Exotische Krabbeltiere als Haustiere
Auf Social Media sieht man ständig Leute, die scheinbar giftige Tiere wie Skorpione oder Vogelspinnen in der Hand halten und präsentieren. Wie gefährlich sind die und wie hält man sie bei sich selbst?
Gefahr
Bei exotischen Tieren muss man immer aufpassen, da nicht alle auf dem Markt völlig harmlos sind. Der Gelbe Mittelmeer-Skorpion ist einer der giftigsten Skorpione der Welt und lässt sich trotzdem halten. Sein Gift kann für Kinder tödlich und für Erwachsene extrem schmerzhaft sein. Auch Spinnen haben gefährliche Arten. Die Theraphosa (eine der größten Vogelspinnen) ist für ihre Aggressivität und ihre 2,5 Zentimeter großen Fangzähne bekannt, sie ist jedoch für gesunde erwachsene Menschen keine große Gefahr. Man sollte bei der Wahl des Tieres immer darauf achten, wie giftig es ist und welche Maßnahmen man im Fall eines Stiches oder Bisses treffen müsste.
Wie erkenne ich die Gefahr des Tieres mit Augenmaß in Sozialen Medien?
Die Gefahr der Tiere lässt sich oft einfach erkennen. Verhält sich das Tier, im Falle einer Spinne, aggressiv, besitzt es meist starkes Gift. Eine zahme und ruhige Spinne ist wahrscheinlich auch weniger giftig und greift einen unprovoziert nicht an. Bei Skorpionen kann man es an mehreren Faktoren erkennen. Zunächst haben alle Skorpione Gift, es gibt jedoch Arten mit mildem Gift, welches ungefähr mit einem Bienenstich vergleichbar ist. Diese lassen sich oft an ihren Scheren erkennen. Große Scheren bei einem Skorpion bedeuten, dass er sich nicht auf sein Gift verlassen muss, was meistens heißt, dass es milder ist. Trotzdem können die Scheren starken Schaden anrichten und die Haut aufkratzen.
Was tun im Fall eines Stichs eines giftigen Tieres?
Wenn ein Tier einen sticht, gibt es mehrere Dinge, die man tun sollte. Bei einem relativ harmlosen Tier sollte man den Stich kühlen und Ruhe bewahren sowie unnötige Bewegungen vermeiden. Falls dies nicht hilft, sollte man einen Arzt aufsuchen, der den Stich behandeln kann. Im Falle eines Bisses oder Stiches eines wilden Tieres sollte man immer einen Arzt aufsuchen, um Infektionen zu vermeiden.
Welche eignen sich denn als Haustier?
Erstmal ist es wichtig zu wissen, dass man im Falle eines Entkommens keine Angst vor dem Tier haben sollte. Außerdem sind es echte Lebewesen, die ausreichend Nahrung und Wasser (sie dürfen nicht ertrinken können) benötigen. Grundsätzlich eignen sich die weniger giftigen Arten mehr. Einige Skorpionarten wie der Kaiserskorpion oder der Asiatische Waldskorpion gehören zu den größten Skorpionen. Ihre schwarze Farbe und ruhige Verhaltensweise sowie das schwache Gift machen sie perfekt für Anfänger. Außerdem leben sie 6–8 Jahre, also muss man sich gut überlegen, ob man sich so ein Tier anschafft. Man sollte immer beachten, seine Tiere nicht zu überfüttern. Recherche bei einem Tier ist grundsätzlich immer wichtig. Bei Spinnen ist es genauso. Mittelgroße und große, sanfte Arten eignen sich mehr, damit man als Anfänger Risiken reduziert. Bei Vogelspinnen ist eine lange Lebenserwartung zu erwarten, die meisten werden im Durchschnitt 20 Jahre alt und in manchen Fällen sogar 25. Bei der Haltung von Skorpionen gibt es eine grundsätzliche Meldepflicht aufgrund des Giftes. Bei Vogelspinnen ist dies komplizierter. Artenschutz ist sehr wichtig. Vogelspinnen sind teilweise geschützte Arten und man sollte sich eine Genehmigung holen.
Alternativen
Wenn man sich für Krabbeltiere interessiert, aber keine Risiken eingehen möchte, eignet sich auch eine Gottesanbeterin (Mantis). Eine herkömmliche Orchideen-Mantis verfügt über kein Gift und lässt sich, wenn man sich gut um sie kümmert, aus der Hand füttern. Sie lebt im Vergleich zu den anderen nur circa 8–12 Monate, was ein großer Unterschied zu den 8 Jahren eines Skorpions und den 20 Jahren einer Spinne ist. Die Haltung ist jedoch trotzdem nicht leicht und benötigt viel Aufmerksamkeit. Es wird geraten, sich darüber zu informieren, wie man das Tier artgerecht hält. Ein guter Anfang, wenn man sich für diese Art von Lebewesen interessiert.
Abschließend lässt sich sagen, dass man bei solchen Tieren viel Verantwortung benötigt. Man sollte es sich mehrmals überlegen, ob man wirklich eines dieser Tiere haben will. Man muss mit der Lebensdauer, dem Preis und der Größe des Habitats rechnen.

