Ein Hochgefühl für einen hohen Preis

Sicherlich habt ihr schon einmal davon gehört, dass sich viele reiche Menschen auf den Weg machen, um den höchsten Punkt der Welt zu bestaunen. Doch ihr Gepäck lassen sie von ärmeren Menschen auf den Berg hinauftragen. Aber welche Folgen und Gefahren hat das sowohl für die Menschen als auch für die Natur?
Bei der Extremsportart, den Mount Everest zu besteigen, gibt es zwei Seiten von Gefahren und Folgen: zum einen für die Menschen und zum anderen für die Natur.
Wenn Menschen den Berg besteigen, gehen sie viele Risiken ein, vor allem aufgrund der extremen Höhe. Beim Bergsteigen kann es jederzeit zu Unfällen kommen – man kann ausrutschen, falsch auftreten und im schlimmsten Fall abstürzen. Da der Berg 8.848,86 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist die Wahrscheinlichkeit, einen solchen Sturz nicht zu überleben, sehr hoch.
Aktuell liegt die Zahl der Todesopfer bei über 340 Menschen, von insgesamt etwa 11.000 Personen, die den Mount Everest bestiegen haben. Die meisten verunglücken beim Abstieg. Insgesamt liegt das Risiko bei etwa 1–2 %. Besonders häufig sind einheimische Träger betroffen, die den Berg nicht lebend verlassen.
Zusätzlich steigen die Gefahren je nach Wetterlage. Auf dem Mount Everest herrschen Temperaturen von etwa −19 °C, im Winter können sie bis auf −36 °C sinken. Durch diese extremen Bedingungen entstehen orkanartige Winde, und es kommt häufig zu Lawinen. Deshalb wird dieser Bereich auch als „Todeszone“ bezeichnet. Etwa 20 Menschen sind bereits an den extremen Wetterbedingungen gestorben.
Um das Risiko zu verringern, lassen viele wohlhabende Bergsteiger ihr Gepäck von Einheimischen den Berg hinauftragen. Diese verdienen im Durchschnitt etwa 2.000 bis 5.000 Euro. Von ihnen sind bislang ungefähr 130 ums Leben gekommen. Eine weitere Folge sind die hohen Kosten: Für Vorbereitung, Ausrüstung und Transport fallen etwa 40.000 Euro an. Je nach Qualität der Ausrüstung können die Kosten sogar bis zu 100.000 Euro betragen.
Auch für die Natur hat die Besteigung des Mount Everest Folgen. Dazu gehören vor allem die Störung von Tieren, besonders während der Brutzeit, sowie Umweltverschmutzung. Auf den Routen zum Mount Everest leben rund 15.000 Tiere, darunter Schneeleoparden, rote Pandas und verschiedene Vogelarten. Durch Expeditionen entsteht zudem viel Müll. Laut einer Studie der Zeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“ fallen bei Besteigungen insgesamt etwa 50 Tonnen Abfall an.
Autorin: MI. PL.
Quellen:
Wie der Mount Everest zum Müllberg wurde
Tiere, die auf dem Mount Everest leben und ihre Überlebensgeheimnisse
Mount Everest: 350 Touristen gerettet – Hunderte sitzen fest | Kölner Stadt-Anzeiger
Die Mount Everest Leichen: Ein Pfad durch die Todeszone – Bergsteiger.de

