Die Kunst des Krieges – Sun Tzu

Die Kunst des Krieges, das wohl bekannteste altchinesische philosophische Kriegsstrategiebuch, aber was steht dort geschrieben?
Wer war Sun Tzu?
Sun Tzu war ein chinesischer Militärstratege, Philosoph und General. Man ist sich nicht sicher, ob es Sun Tzu wirklich gab oder ob er nur eine Legende ist, dem das Werk zugeschrieben wird. Sein Werk spiegelt jedoch tiefe Einsichten in Strategie, Menschenführung und Konfliktlösung wider.
Sun Tzus wohl bekanntestes Werk ist „Die Kunst des Krieges“. Es beinhaltet 13 Kapitel, die Philosophie und Kriegsstrategien erklären und näherbringen.
Das erste Kapitel trägt den Namen „Laying Plans“ (Strategische Planung)
und beinhaltet die folgenden Themen: Es besagt, dass Kriegsentscheidungen auf fünf Faktoren beruhen: Moral, Wetter, Gelände, Führung und Disziplin. Man soll vor dem Kampf die Bedingungen beider Seiten vergleichen und nur Krieg führen, wenn man sicher siegen wird.
Das zweite Kapitel heißt „Waging War“ (Kriegsführung)
und beinhaltet die folgenden Themen: Ein langer Krieg ist kostspielig. Ressourcen müssen effizient eingesetzt werden. Es ist besser, den Gegner auszurauben, als die eigenen Ressourcen aufzubrauchen. Die Geschwindigkeit der Handlungen ist entscheidend.
Das dritte Kapitel heißt „Attack by Stratagem“ (Strategie des Angriffs)
und beinhaltet die folgenden Themen: Die beste Strategie ist es, den Feind ohne Kampf zu besiegen – durch Diplomatie, Spionage, Bündnisse, und die Zerschlagung feindlicher Strategien. Krieg durch Kampf ist immer die letzte Option.
Das vierte Kapitel heißt „Tactical Disposition“ (Stellung und Taktik)
und beinhaltet die folgenden Themen: Ein guter General sorgt erst dafür, dass er unschlagbar ist, bevor er auf den Sieg wartet.
Eine gute Verteidigung bedeutet, Stärke zu zeigen, wo man schwach ist, und der Angriff bedeutet, die Schwächen beim Gegner auszunutzen und diese anzugreifen. Erfolg beruht auf guter Vorbereitung, nicht auf Glück. Klare Struktur und Selbstkontrolle in der Armee sind entscheidend.
Das fünfte Kapitel heißt „Energy“ (Kraft)
und beinhaltet die folgenden Themen:
Der gezielte Einsatz von Energie (Kampfkraft) führt zum Erfolg.
Große Wirkung kann aus kleinen, gut eingesetzten Mitteln entstehen.
Koordination und Anpassung sind wichtiger als rohe Gewalt.
Gute Führung hilft, die Gruppenenergie zu leiten, um die Gruppeneffektivität zu stärken.
Das sechste Kapitel heißt „Weak Points and Strong“ (Schwächen und Stärken)
und beinhaltet die folgenden Themen: Ein intelligenter Feldherr zwingt seinem Feind seine Bedingungen auf – und nicht umgekehrt. Man bekämpft den Gegner dort, wo er verletzlich ist, nicht da, wo er stark ist. Entscheidend sind Täuschung, Überraschung und Flexibilität. Die Kunst liegt darin, den Gegner zu manipulieren, damit er sich selbst in eine schlechtere Position bringt. Angriffe sollen unerwartet kommen, Verteidigung soll unberechenbar sein.
Das siebte Kapitel heißt „Maneuvering“ (Bewegung / Gefechtsführung)
und beinhaltet die folgenden Themen: Die Aktionen der Soldaten müssen gut koordiniert und geplant sein – und vor allem effizient ausgeführt werden. Durch gut geplante Positionierung und Wendigkeit in der Bewegung umgeht man große Risiken und verschafft sich Vorteile. Kommunikation, Klarheit und Disziplin sind beim Marschieren und Kämpfen unerlässlich.
Ein guter Anführer erkennt die richtige Gelegenheit für Angriff oder Rückzug und kann die Situation, in der er und die Soldaten sich befinden, gut einschätzen.
Das achte Kapitel heißt „Variation in Tactics“ (Taktische Anpassung / Die neun Variablen)
und beinhaltet die folgenden Themen: Da keine festen Regeln für jede Situation existieren, muss man flexibel und anpassungsfähig bleiben. Ein General muss – egal unter welchen Umständen – sich schnell auf neue Gegebenheiten einstellen können. Einseitige und schlichte Planung führt zum Scheitern, Improvisation und Urteilskraft sind nötig, um den Kampf zu gewinnen. Wer die Kontrolle über sich und die Lage verliert, verliert die Schlacht.
Das neunte Kapitel heißt „The Army on the March“ (Die Armee auf dem Marsch)
und beinhaltet die folgenden Themen:
Das Gelände zu beobachten und die Bewegung des Feindes zu kontrollieren ist entscheidend. Anzeichen wie Lärm, Feuer und Bewegung geben Hinweise auf die Pläne des Gegners. Müdigkeit, Hunger und Erschöpfung schwächen jede Armee – man muss sie vermeiden.
Ein kluger Feldherr kann das Verhalten des Gegners richtig einschätzen und interpretieren und handelt dementsprechend.
Das zehnte Kapitel heißt „Terrain“ (Geländeformen)
und beinhaltet die folgenden Themen: Es gibt viele verschiedene Arten von Umgebungen und Gelände, jede verlangt eine eigene Strategie und Vorsicht. Das Gelände, auf dem man sich befindet, ist entscheidend für die Strategien. Einige Geländetypen begünstigen den Angriff, andere die Verteidigung, manche fordern den Rückzug. Wer das Terrain beherrscht, in dem sich die eigene und auch die Armee des Feindes befindet, kontrolliert den Kampf. Man muss nicht nur den Feind, sondern auch das Gelände lesen und verstehen können.
Das elfte Kapitel heißt „The Nine Situations“ (Die neun Felder / Kriegsräume)
und beinhaltet die folgenden Themen: Es werden neun verschiedene Arten von Kriegsgebieten beschrieben, z. B. vertrautes Gebiet, gefährliches/tödliches Gelände. Jede Situation verlangt eine andere strategische Herangehensweise.
Die Moral der Truppen muss je nach Lage gezielt gestärkt werden. Ein guter Anführer nutzt das Umfeld, in dem er sich befindet, zu seinem Vorteil und passt die Strategie an.
Das zwölfte Kapitel heißt „The Attack by Fire“ (Angriff mit Feuer)
und beinhaltet die folgenden Themen: Wenn richtig eingesetzt, kann Feuer eine mächtige Waffe sein. Es gibt fünf Arten von Feuerangriffen: das Lager angreifen, die Vorräte und die Transportmittel. Die Windrichtung spielt beim Angriff mit Feuer eine große Rolle. Der Einsatz von Feuer muss geplant und zum richtigen Zeitpunkt erfolgen.
Das dreizehnte Kapitel heißt „The Use of Spies“ (Einsatz von Spionen)
und beinhaltet die folgenden Themen: Der Schlüssel zum Sieg ist es, an Informationen über den Gegner zu gelangen, dafür ist der Einsatz von Spionen unerlässlich. Es gibt fünf Arten von Spionen: einheimische, feindliche, übergelaufene, tote und lebendige.
Spione können Fehlinformationen streuen, Pläne aufdecken und Gegner manipulieren. Wer den Feind wirklich kennt, kann ihn ohne Risiko bekämpfen und siegreich aus dem Kampf hervorgehen.
Fazit:
Die Philosophie von Sun Tzu: „Kämpfe nur, wenn du sicher bist, dass du siegen wirst“ – ist eine sehr angesehene und interessante Lehre. Der höchste Sieg ist der ohne Blutvergießen. Flexibilität, Täuschung und Information sind mächtiger als rohe Gewalt. Selbstbeherrschung, Disziplin und Strategie schlagen Impulsivität. Der Weise nutzt äußere Bedingungen – Zeit, Raum, Moral – zu seinem Vorteil.
Autor: Se:Ma
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Kunst_des_Krieges_(Sunzi)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sunzi
Quelle: Buch: The Art of War & Other Classics of Eastern Philosophy, Verlag: Canterbury Classics, Herausgeber: Peter Norton
Quelle: Buch: Sun Tzu Die Kunst des Krieges, Verlag: Anaconda, Herausgeber: Thomas Cleary

